Gartencenter Kremer. Die Naturtalente | Chinesische Gärten

Chinesische Gärten


10.08.23

Chinas Gärten zeichnen sich bis heute durch ihre ununterbrochene Gartenbautradition aus, die die Entwicklung vieler Kulturen beeinflusste. Bis heute werden die dominierenden Elemente und Gestaltungsprinzipien verwendet. Es gibt jedoch einen bedeutenden Unterschied zur europäischen Gartenkunst: Pflanzen stehen nicht im Vordergrund. Vielmehr strebt der chinesische Garten danach, alle Sinne anzusprechen und harmonische Eindrücke zu erzeugen. Er ist nicht als bloßes Abbild der Natur gedacht, sondern als Abbild des Kosmos selbst.

Das Ziel der chinesischen Gartengestaltung besteht also darin, eine harmonische Balance zwischen Erde, Himmel, Steinen, Wasser, Gebäuden, Wegen und Pflanzen − den sogenannten sieben Dingen − zu erreichen. Der Mensch als achtes Element soll in vollkommener Harmonie mit diesen sieben Aspekten in Einklang treten.

Grundsätzlich lassen sich zwei Gartentypen voneinander unterscheiden. Auf der einen Seite haben wir den nördlichen/kaiserlichen Stil, der für seine beeindruckende Größe, den Luxus und die extravaganten Baumaterialien bekannt ist. Schon in frühen Zeiten, ab dem 11. Jahrhundert v. Chr., wurden in China Jagdparks geschaffen, ähnlich wie in den zuvor beschriebenen Kulturen. Im Laufe der Zeit wurden diese Parks um Pavillons und Terrassen und Tempel erweitert. Hier kultivierte man seltene Pflanzen und repräsentierte verschiedenste Tier aus dem eigenen Reich und dem Ausland. Diese prachtvollen Parks wurden in verschiedene Zonen unterteilt, die wiederum unterschiedlichen Zwecken dienten. Hier konnte man Regierungsgeschäfte erledigen, Wohnbereiche finden und sich dem Vergnügen hingeben. Der nördliche Stil strahlte eine majestätische Pracht aus, die den Reichtum und die Macht der kaiserlichen Herrscher widerspiegelte.

Auf der anderen Seite haben wir den südlichen Stil, der vielen vertrauter sein dürfte. Diese Gärten wurden von Gelehrten, Künstlern oder hochrangigen Beamten angelegt und sind wahre Oasen der Ruhe. Im Gegensatz zum nördlichen Stil sind sie eher bescheiden und schlicht gestaltet, wobei natürliche Materialien wie Holz eine bedeutende Rolle spielen. Die südlichen Gärten waren Rückzugsorte, in denen man der Hektik des Alltags entfliehen konnte.

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Elemente:

Ein Spiel mit Kontrasten

Wasser und Steine bilden die wesentlichen Gestaltungselemente und schaffen eine Welt voller Ruhe und Schönheit. Die Unbeweglichkeit der Steine wird durch das sanfte Fließen des Wassers ausgeglichen. Das Spiel der Kontraste erzeugt so eine faszinierende Harmonie.

Das Wasser, eines der Hauptelemente des chinesischen Gartens, spielt eine zentrale Rolle. Es sprudelt aus kunstvoll gestalteten Brunnen, fließt in malerischen Kanälen und spiegelt die Landschaft in stillen Teichen sowie majestätischen Seen. Überquert werden die sanft fließenden Gewässer von kunstvollen Brücken, die sich in ihrem Verlauf gerne in zickzackartigen Wegen verlieren. Eine andere Variante bilden halbkreisförmige Brücken, die gespiegelt in der Wasseroberfläche einen Kreis bilden. Auf diese Weise fügen sie sich malerisch in die Landschaft ein.

Auch Berge nehmen einen besonderen Platz in diesen Gärten ein. Sie symbolisieren das Ewige und verkörpern die Schönheit und Stärke der Natur. In den chinesischen Gärten wurden sie in Miniaturformat nachgebildet. Schließlich hat nicht jeder das Glück einen Berg vor der Haustür zu haben. Es wurde ein Vermögen dafür ausgegeben, um außergewöhnliche Steine zu finden und in den Gärten zu platzieren. Besondere Formen galten als Schmuckstücke und mehrere Steine imitierten ganze Gebirgsketten. Mit der Hilfe von Steinen konnte man auch Inseln inmitten von Seen und Teichen erzeugen.

Ein weiterer Bestandteil der chinesischen Gärten sind eben diese künstlichen Inseln. Sie bieten den Besucher:innen einen Rückzugsort und eine Möglichkeit, die Natur aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

 

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Pflanzen und ihre Bedeutung:

In den chinesischen Gärten nahmen die Pflanzen zwar nicht den Mittelpunkt ein, jedoch haben sie eine besondere Bedeutung. Traditionell besitzen Pflanzen in China eine hohe Symbolkraft und werden sorgfältig ausgewählt. Während der Song-Dynastie (960-1279) wurde festgelegt, welche Pflanzen in einem Garten präsent sein durften, alle anderen Pflanzen wurden hingegen als "Wilde Blume" betrachtet.

Einige der immer wiederkehrenden Pflanzen sind der Lotus, die Kiefer, der Bambus, die Weide, die Pflaume und die Chrysantheme. Jede dieser Pflanzen trägt eine symbolische Assoziation in sich. Die Lotosblume symbolisiert z.B. den Sommer sowie Reinheit und Perfektion. Die Kiefer steht für Männlichkeit, während der Bambus Vitalität, Loyalität und Freundschaft symbolisiert. Die Chrysantheme, bekannt als "Pflanze des langen Lebens", verkörpert Tapferkeit und Zähigkeit. Ursprünglich galt sie als lebensverlängerndes Kraut und blüht erst dann, wenn alle anderen Pflanzen bereits verblüht sind.

Die sorgfältige Auswahl und Platzierung dieser Pflanzen im Garten verleihen ihm eine besondere Symbolik und Ästhetik.

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