Kremer | Der kleine Horrorgarten

Der kleine Horrorgarten



Unfassbar, dass es unseren Gartenblog (und den dazugehörigen Garten) schon seit gut 10 Jahren gibt. Ich kann mich noch genau an die Anfänge, den ersten Spatenstich, das erste selbst gezogene Radieschen, die erste von Wühlmäusen angeknabberte Kartoffel und an den ersten Blogbeitrag erinnern.

Und 2020 dann: Jubiläum, Jubiläum! Wir haben fett gefeiert. Mit Abstand natürlich, keine Frage in diesem seltsamen Jahr. Und mit lieben Freunden, die wir ohne unseren wunderbaren Garten, den Blog und die ganze großartige, kreative, gärtnernde Social Media Blase gar nicht hätten. 

Kremer | Der kleine Horrorgarten

Warum heißt unser Gartenblog, der kleine Horrorgarten?

Wir werden immer wieder gefragt, wie unser Gartenblog eigentlich zu seinem Namen kam. Am Anfang unserer “Gärtnerkarriere” hatten wir ein Stück Land gepachtet. Einen sogenannten Gemüseselbsternteacker. Das war ein sehr guter und einfacher Einstieg ins Gärtnern. Zwei Drittel der Beete waren bereits eingesät und bepflanzt. Das restliche Drittel haben wir selbst bepflanzt. Alles hat wunderbar geklappt. Wir konnten jede Menge frisches, biologisch angebautes, Gemüse ernten. Im Sommer sind wir dann für drei Wochen in Urlaub gefahren. Als wir wiederkamen, hatten die Kürbis- und die Zucchinipflanzen praktisch den ganzen Garten übernommen. Alles war überrannt und riesige Zucchini blickten uns hämisch an. Das hat mich sehr an die unersättliche fleischfressende Pflanze aus dem Trash-Musical „My little shop of horror“ erinnert. Mit dem kleinen Unterschied, dass in unserem Fall nicht wir, sondern die Monster-Zucchini auf dem Speiseplan stand. Zumindest für den Nachwuchs war das der reine Horror. Seitdem hört unser Gartenblog auf den Namen “der kleine Horrorgarten”.

Neuer Garten, neues Leben

Tatsächlich war die Entscheidung einen Schrebergarten zu pachten ein Life-Changer. Das wussten wir nur damals noch nicht. Mein Mann Andreas ist mit sehr gemischten Gefühlen an die Sache rangegangen. Schrebergärtner, sind das nicht die schlimmsten Spießer auf Erden? Er hatte Alpträume in denen Gartenzwerge, Rasenkanten und Nagelscheren die Hauptrollen spielten. In meinen Träumen tanzte ich glücklich lachend durch Blumenbeete und knabberte an selbst gezogenen Möhren. Gärtnern als Therapie? Bei uns sah es am Anfang eher so aus, also ob der Garten zum Anlass für eine Paartherapie wird. Hat sich inzwischen erledigt. Andreas ist best-friend mit unserem Horrorgartenzwerg und ich, ja ich tanze jetzt wirklich glücklich lachend durch Blumenbeete.

Kremer | Der kleine Horrorgarten

Jedes Jahr wachsen mehr Blumen in unserem Garten. Im letzten Jahr konnten wir die Anbaufläche vergrößern und den Nachbargarten dazu pachten. Es war mir ein Fest, den zweiten Garten zu gestalten. Herausgekommen ist dabei ein Tetris-Gemüse-Garten, ein Schnittblumengarten mit Staketenzaun, eine romantische Wildblumenwiese mit Feuerstelle und Tulpen, Narzissen, Dahlien, Zinnien, Astern satt, soweit das Auge reicht. Jede Woche stelle ich einen großen Strauß aus den schönsten Blüten zusammen. Nicht für mich, ich bewundere die Blumen am liebsten im Garten. Aber ich arbeite daran, die nächste Generation für den Garten zu begeistern. Mit Erfolg, wie es aussieht. Jedenfalls beneidet der gesamte Freundeskreis meines Sohnes ihn um sein wöchentliches Blumenstrauß-Abo. Das wird. 

Andreas und ich sind inzwischen nicht nur privat im Garten unterwegs. Wir haben eine Agentur gegründet und uns auf die grüne Branche spezialisiert. Seit 2015 sind wir für die Inhalte des Kremer-Magazins verantwortlich. Auch im neuen Newspaper-Format wird es weiter Texte und Bilder von uns geben. Wir haben inzwischen drei Gartenbücher geschrieben – eins davon (Blüten-Genuss für Tafel und Teller) stellen wir in dieser Aufgabe vor – unser Blog ist voll mit informativen Texten zu allen möglichen Gartenthemen, ich bin regelmäßig in der WDR-Sendung „Hier und Heute“ als Gartenexpertin zu sehen.

Ein Leben ohne Garten können wir uns beim besten Willen beide nicht mehr vorstellen. Wir freuen uns unbändig auf den Frühling. Darauf, dass bald wieder überall im Garten Tulpen, Narzissen und Krokusse auftauchen. Darauf, dass alles wieder bunt und überbordend grün wird. Auf ein wunderbares Jahr im Garten. In diesem Sinne: ein Hoch auf die nächsten 10 Jahre!


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